NACHGEHAKT mit Constanze Janusch
Shownotes
Transkript anzeigen
00:00:19: Hallo und herzlich willkommen zu Nachgehakt, dem Podcast-Format von Wachs & Gäste.
00:00:25: Bei Nachgeharkt treffe ich Menschen erneut die bereits bei mir zu Gast waren.
00:00:31: Mein heutiger Gast bei Nachgehaakt ist Konstanze Janosch, Modedesignerin mit eigenem Kulturlabel.
00:00:38: Liebe Constanze, herzlich Willkommen!
00:00:41: Und ganz besonders schön dich wieder und erneute bei mir zur Gast zu
00:00:46: haben.
00:00:47: Vielen Dank, dass ich ein weiteres Mal hier sein darf.
00:00:51: Wir hatten bei unserem ersten Treffen so eine kleine Kulturreise gemacht und heute würde ich ganz gerne etwas erfahren über die Kollektionserstellung.
00:01:04: Okay!
00:01:05: Du hast ja zweimal im Jahr eine Kollektion präsentation.
00:01:08: das heißt du hast feste Termine an denen du deine eigene Kollektionen präsentehst Und bin sehr gespannt und freue mich auf unser Gespräch.
00:01:21: Spannend!
00:01:24: Wenn du eine Kollektion erstellst, und du hast ja schon zweimal im Jahr feste Termine an denen du die Kollektionen präsentierst... Wie gehst du daran?
00:01:34: Und wann circa startest du mit deinen ersten Schritten?
00:01:41: Ich kann ganz klar sagen, dass ich seit über dreißig Jahren letztendlich immer zu spät dran bin.
00:01:48: Natürlich sammeln sich ganz viele verschiedene Eindrücke und Ideenfetzen über das Jahr hinweg.
00:01:57: Es sind immer ... Das mag wenn ich ein Bild sehe.
00:02:02: Das mag Straßenszenen, eine schöne Wolkenformation Also die Inspirationen, die sind ja immer da.
00:02:11: Und dann plötzlich denke ich mir, ah das wäre meine schöne Kragenform oder ich hätte gerne vielleicht mal an die Verschluss leisten würde ich ganz gerne mal anders machen.
00:02:27: oder auch Ärmelabschlüsse.
00:02:29: also auch da unendlich viele Details und diese Gedankenfetzen die manifestieren sich dann irgendwie in meinem Kopf.
00:02:39: Und dann bin ich wie gesagt immer zu spät dran, wenn es an eine Kollektionserstellung geht.
00:02:46: Also ich schaue, dass sich eigentlich Wunsch wäre immer so sechs Wochen vor meiner Präsentation, also vor dem fixen Termin, dass ich da spätestens beginne.
00:02:59: Letztendlich sind das im besten Falle vier Wochen und dann wird schon immer wahnsinnig knapp.
00:03:09: Das muss ich aber auch noch dazu sagen, letztendlich brauche ich glaube und ich glaube das ist in kreativen Berufen generell so.
00:03:19: Wir brauchen den Druck denn unter diesem Druck werden ganz andere Potenziale freigesetzt, ganz andere Dynamiken die da dann entstehen.
00:03:36: letztendlich, ich hab immer gesagt die besten Teile entstehen eigentlich in der Woche vor der Mundschau oder der Präsentation.
00:03:43: Und das ist so!
00:03:44: Das ist wirklich in den ganzen dreiunddreißig Jahren so Wie beginne Ich?
00:03:49: Also ich denke dann Dann ist ja schon ein gewisser Druck da weil ich zu spät dran bin und dann denke ich Es ganz unterschiedlich.
00:04:01: es hängt auch manchmal davon ab wie früh Stoße ich auf bestimmte Stoffe.
00:04:06: Wie früh habe ich wirklich auch Lust?
00:04:10: Das ist natürlich das Wetterinfaktor, zum Beispiel am Ende des Winters wenn es in Richtung Frühjahr geht.
00:04:17: Ist der Januar schon besonders schön und warm dann beginnt die Lust viel früher.
00:04:26: Das geht mir genauso wie letztendlich meinen Kunden Und wenn ich im März dann die Präsentation habe, dann hab' ich natürlich Anfang Februar schon richtig viele Gedanken.
00:04:41: Schwieriger ist es tatsächlich auch wieder ganz anders – im Herbst-Winter.
00:04:46: da löse ich mich immer sehr schwer von dem Sommer obwohl ich eigentlich wiederum immer denke Ich bin der klassische Winterdesigner weil ich liebe diese Stoffe Ein richtig schöner, dicker Tweet oder die Kombination von Strick und Leder und Fischgrat oder einem schönen Glännshake aus richtig derbem Material.
00:05:12: Ah herrlich!
00:05:14: Ja und dann ist es meistens sind das die Stoffe- oder Farben, die zuerst da sind.
00:05:21: Nebenher fange ich vermehrt an zu scribbeln, also tatsächlich Zeichnungen zu machen über diese ganzen Impressionen die ich das Jahr oder die Saison über hatte.
00:05:32: Und manchmal denke ich bestimmte Formen sind einfach perfekt zu dem Stoff.
00:05:38: und dann ist es auch so dass der Stoff oder das Material habe ich immer das Gefühl zu mir spricht Also ich sehe oder spüre Fühle einen schönen Krepp und ich denke, daraus muss das entstehen.
00:05:56: Das Kleid oder die Jacke.
00:05:59: Und ich habe dann meistens auch wirklich schon ein ziemlich präzisen Entwurf
00:06:06: vor Augen.
00:06:08: D.h.,
00:06:10: du sagst, du beginnst mit den Stoffen?
00:06:12: Also du bestellst dann die Stoffe Dann kriegst du die relativ kurzfristig, weil
00:06:19: macht ja
00:06:20: nur bedingt Sinn wenn sie irgendwie zwei Monate brauchen und du mitten im Sommer dann einen schönen Cashmere bekommst.
00:06:25: Oder wie früh beginnst du damit deine Stoffauswahl zu treffen?
00:06:30: Naja jetzt darf man natürlich... Jetzt muss man tatsächlich unterscheiden.
00:06:34: also ich habe eine Kulturkollektion direkt für den Endverbraucher das heißt Ich arbeite nicht für den Einzelhandel Ich habe ganz andere Produktionsrhythmen oder Zeiten und ich arbeite ja immer für die aktuelle Saison.
00:06:54: Das heißt, ich informiere mich natürlich – ich weiß schon immer ein Jahr voraus weil ich auch auf die Stoffmessen gehe wie die Trends, wie die Tendenzen aussehen.
00:07:07: Aber letztendlich reagiere ich für mich und meine Kollektion immer sehr spontan, sehr schnell.
00:07:15: Und auch letztendling ein bisschen eigen.
00:07:21: Natürlich habe ich die Trends- und Tendenzen im Hinterkopf.
00:07:26: Ich würde jetzt wahrscheinlich keine Farben nehmen, die total out of irgendwas sind Aber ich hab schon bestimmte Vorstellungen.
00:07:40: Ich weiß aus dem Bauch heraus, ich möchte jetzt blau machen oder braun machen ... Oder die Pastels liegen mir auf der Seele für den Sommer und das mach' ich dann auch einfach.
00:07:59: Da ist es mir wichtiger tatsächlich spannende Harmonische Kontrastreiche und trotzdem ergänzende Farbkombinationen auf mein Tablo zu bringen, als mich jetzt an Trends und Tendenzen zu orientieren die sowieso heutzutage ja keine Mode-Diktat mehr unterlegen.
00:08:26: Das erste Teil was du dann machst Das ist das Teil, dass du schon lange im Kopf hast?
00:08:32: Oder ist es dann tatsächlich so im letzten Moment doch das andere Teil.
00:08:38: Ja wie kann man sich das vorstellen?
00:08:41: Es ist tatsächlich jedes Mal anders.
00:08:45: also ich wollte gerade für die letzte Herbst-Winter-Kollektion da habe ich gedacht ach machst du mal... Ich mache normalerweise immer nur im Frühjahr Brautkleider und Da hab ich erst gedacht, jetzt machst du mal eine Winterbraut und ein Winterbraudkleid.
00:09:03: Und ich hatte das eigentlich schon ziemlich genau im Kopf.
00:09:08: Dann habe ich es aber doch immer wieder verworfen ... und dann irgendwie war's dann weg!
00:09:18: Jetzt hat diese Winterkollektion wieder keine Braut.
00:09:21: Aber das macht nichts, weil irgendwie waren die Stoffe oder ... Es war nicht das, wo ich sagte okay.
00:09:31: Das ist es und wenn ich da nicht das richtige Bauchgefühl habe dann lasse Ich auch tatsächlich inzwischen lieber die Hände davon.
00:09:41: früher habe ich dann noch mehr ausprobiert.
00:09:45: Da bin ich heute straighter also da bin ich sehr viel definierte und sehr viel klarer und weiß, nee das will ich unbedingt machen.
00:09:56: Das ist mir wichtiger als jetzt was anderes weil natürlich in diesen kreativen Phasen auch schon sehr viel in meinem Kopf rumspuckt.
00:10:06: also dass es ja immer eigentlich auch seit über dreienthreißig Jahren mein größtes Problem.
00:10:15: Ich habe so viele Ideen und ich würde gerne das noch machen.
00:10:19: Dann mache ich also einen Schnitt, dann mache ich ein Modell aus einem Stoff und denke, ist das toll!
00:10:26: Aber es würde sich ja auch aus dem und dem Stoff noch toll sehen.
00:10:30: Und ich habe jetzt wieder anders als eine Handelskollektion nicht ein Modelle und zehn Stoffe aufgemacht oder ... drei Farben aufgemacht, sondern ich habe ein Modell in einer Farbe und aus einem Stoff.
00:10:50: Und dann fängt erst später nach der Präsentation im Grunde genommen die Zusammenarbeit mit dem Kunden an, mit dem ich dann bestimmte Schnittdetails vielleicht auch unter Umständen – das ist je nachdem wie sich das entwickelt – auch da nochmal ein neues Teil
00:11:10: entsteht."
00:11:11: aus verschiedenen Teilen der Kollektion.
00:11:14: Also das Schöne an meiner Kollektions ist, da tobe ich mich einfach aus und ich freue mich immer über jeden, der dieses Austoben auch so toll findet.
00:11:27: Ich muss ein bisschen schmunzeln weil wir haben ja hier noch Besuchkonstanzen du hast ja einen kleinen Hund mitgebracht.
00:11:33: genau das sind nicht wir beide die laut atmen ist ja schon.
00:11:39: li das einfach nur by the way Aber ganz süß.
00:11:44: Wenn du das so erzählst, du hast ja dann nur ein Modell in einem Stoff und du hast den Stoff auch nicht nochmal in drei Farben und vier Musterungen sondern es ist dieser Stoff für dieses Modell.
00:11:57: Stopp muss ich kurz einsprechen?
00:12:01: Ja oder nein?
00:12:02: also es gibt schon Stoffe.
00:12:04: die habe ich dann in zehn Farben oder in drei farben also durchaus Natürlich manchmal ein Stoff, der ist wirklich nur so wie er da ist.
00:12:15: Und der hat auch eine begrenzte Lieferzeit und eine beggrenzte Metrage.
00:12:21: also wenn der weg ist, ist er weg.
00:12:23: aber es gibt schon Stoffe bestimmte Krebs natürlich bestimmte Seiten.
00:12:30: die habe ich in wahnsinnig vielen
00:12:33: Farben Das ist klar.
00:12:35: Also schön dass du das noch mal erklärt hast.
00:12:38: Das meinte ich in dem Moment gar nicht.
00:12:40: In dem Moment, in den du die Kollektion erstellst entscheidest du dich ja
00:12:44: für
00:12:45: die Farbe X bei irgendeinem Stoff auch wenn es den Stoff in dreißig Farben gibt weil du vielleicht auch schon im Kopf hast was du da draus machst.
00:12:54: oder ist es tatsächlich so?
00:12:57: Da spielst Du wie du so schön sagst da bist du in deinem Element dann beginnst du nochmal zu sondieren und überlegst dir welches Teil mache ich aus welchem
00:13:07: Stoff.
00:13:08: oder kann es sein, dass du das auch noch mal kurzfristig änderst?
00:13:14: Alles.
00:13:15: Genau alles.
00:13:16: Das hängt tatsächlich ein bisschen ... Natürlich hab ich einen Farbkonzept.
00:13:21: Natürlich versuch ich eine Struktur reinzubringen.
00:13:27: Weil es muss nachher harmonisch aussehen.
00:13:29: Einmal auf dem Steg und oder in der Ausstellung.
00:13:34: oder aber auch im Schaufenster.
00:13:36: Also es muss ja ein schlüssiges Bild, ein verständliches Bild überbringen.
00:13:44: Trotzdem gibt es natürlich Teile wo ich dann schon hardere und lange nicht weiß also die schiebe ich dann oft ein bisschen weil die tatsächlich in jedem Stoff toll vorstellen kann.
00:14:01: Und dann das letzte, wo ich dann sage ... Nein!
00:14:04: Die Jacke mache ich jetzt aus dem Stoff und aus keinem anderen.
00:14:10: Das ist dann tatsächlich das Spiel beziehungsweise die kurzfristige Entscheidung.
00:14:26: Und hast du wenn Du die Kollektion erstellst bei dem ein oder anderen Teil auch schon mal eine Kundin vor Augen?
00:14:33: In der Phase?
00:14:35: Äh nein definitiv nicht.
00:14:38: Also das ist wirklich da, wie gesagt, da tobe ich mich aus.
00:14:42: also da es genieße auch in dieser Zeit wirklich meine Ideen ganz einfach loszulassen und zu machen gar nicht völlig befreit von auch Stoffverbrauch oder von allem sondern von Kalkulation von dem ganzen Hintergrund was natürlich wichtig ist.
00:15:07: Aber diese drei Wochen der Saison, die gönne ich mir wirklich loszulegen und völlig befreit auch zu sein.
00:15:18: Weil ich glaube dass das schon eine sehr wichtige Phase ist für mich.
00:15:26: also deswegen habe ich diesen Beruf ja mal gewählt um auch diese Freiheit zu haben
00:15:34: erst,
00:15:35: eigentlich erst später.
00:15:37: Manchmal sogar erst wenn ich dann auf dem Steg die Teile das erste Mal sehe wirklich am Model so von oben bis unten perfekt gesteilt trotz Fitting also auch perfekt im Licht, perfekt in der Darstellung.
00:15:53: Erst dann muss ich manchmal schmunzeln und habe dann manchmal auch den einen oder anderen Namen im Hinterkopf wo ich mir vorstelle, derjenige könnte vielleicht angesprochen werden oder sein.
00:16:13: Aber bis zu diesem Zeitpunkt bin ich da völlig frei und es ist auch völlig fein wenn da gar keine Reaktion kommt weil da sage ich auch nichts dazu.
00:16:23: also das sind nur so Momente Sekundenfragmente.
00:16:32: Und wenn die Kollektion so entsteht, also du hängst das erste Teil auf die Stange, dass fertig ist.
00:16:38: Du hängest das zweite Teil auf diese Stange.
00:16:41: Dieses Entstehen, dieses ... Du erschaffst ja auch Bilder!
00:16:45: Also dann hast du eine zum anderen und dann was machten das mit dir?
00:16:51: Das ist ganz toll.
00:16:53: Ich mag diesen Moment unglaublich, wenn sich langsam die Stangen füllt.
00:17:00: Weil da ist sehr viel ... Test auch dabei.
00:17:03: Also ich nehme ja doch dann eine Weste oder eine Jacke, ein Mantel und der entsteht ja auch... also ich mache die Schnitte selber und dann mach' ich auch die Zuschnitte und die Musterteile erarbeite auch meistens Ich Und dann habe ich sie auf der Böste und dann halte ich den Oberkragen hin und denke könnte ein bisschen größer sein.
00:17:29: Auch diese Freiheit gebe ich mir Ja Und wenn dann aber das Teil wirklich fertig auf der Stange hängt, das finde ich ganz toll.
00:17:44: Dieses Entstehen dieses Werden ist sensationell.
00:17:50: Das könnte sagen ein Glücksgefühl.
00:17:57: Zumindest große Zufriedenheit
00:18:00: und ... dann ist das ja wahrscheinlich je mehr Teile da hängen, desto größer das Glücksgefühl.
00:18:06: und das ist das was du zu Anfangs sagst.
00:18:08: am Schluss entstehen die besten Teile oder du könntest noch viel viel länger weitermachen weil du in einem Art Flow bist.
00:18:16: Ja genau aber dann beginnt natürlich die Zeit wirklich zu rennen.
00:18:21: also dann werden die Tage gefühlt zu Sekunden.
00:18:27: Du denkst dann, du siehst die Stange und denkst da wär das Teil noch schön.
00:18:31: Und das würde dir noch einfallen?
00:18:33: Du hast aber einfach die Zeit nicht mehr.
00:18:35: Also das sind dann ... Der Termin ist der Termin und dann muss das Ding fertig sein.
00:18:42: Es nimmt ja auch davor ist ja das Fitting, davor is' die Zusammenstellung.
00:18:49: also da frisst Die Vorarbeit auch noch zusätzlich.
00:18:55: Zeit Ist die Entscheidung für das letzte Teil, weil irgendwann ... Du kannst nicht ewig weitermachen.
00:19:02: Es gibt einen Termin an dem es präsentiert wird.
00:19:06: Das Wissen um das ist jetzt das letzte Teil... Ist das ein bisschen Wehmut?
00:19:11: Oder ist es dann die Freude, die folgt mit den nächsten Schritten wie Fitting, Anprobe
00:19:19: usw.?
00:19:21: Gute Frage, ich glaube tatsächlich auch wieder alles.
00:19:25: Weil es ist so ein Gefühlsemotionscocktail.
00:19:31: Ich glaube das ist tatsächlich alles ein bisschen ... Es ist schon wehmut, schon richtig weil natürlich diese völlige losgelöste Freiheitsphase dann vorbei ist.
00:19:45: und du weißt die Zeit ist jetzt Ende?
00:19:47: Punkt!
00:19:49: Aber Gleichzeitig ist ja nicht Ende, es geht ja weiter.
00:19:54: Also ich mag auch die Zeit danach, wenn im Grunde genommen ... Ich sehe wie die Kunden mit meinen Teilen sich identifizieren.
00:20:07: Das heißt in den Augen und Gesprächen werden plötzlich diese Teile, die ich in meiner Freiheit entworfen und gestaltet habe werden plötzlich zuteilen von anderen Menschen.
00:20:24: Und das ist schon auch ein sehr, sehr schönes Gefühl.
00:20:28: und also wemut ja aber auch Freude Erwartung.
00:20:40: Auch das Fitting macht immer große Freude.
00:20:42: Also da ist die Reaktion dann die ersten Reaktionen zu erleben weil ich bin ja dann schon sehr im Tunnel und sehr auf meinen Fokus, auf die Kollektion konzentriert.
00:20:56: Und wenn ich dann wieder so ein bisschen an die Oberfläche auftauche hat das schon auch etwas sehr ... Ja, auch sehr schöne Momente absolut!
00:21:06: Das was du da beschreibst diese für dich mit Schönste Zeit, da kommt eine andere schöne Zeit.
00:21:14: Also du hast ja viele schöne Zeiten.
00:21:16: wenn man das so hört dann ist es ja auch ganz toll und Du hast ja das große Glück wie ich finde du lässt dir da deine zeit diese wie du sagst plus minus drei wochen Und dann beginnt Ja die nächste schöne zeit.
00:21:31: dass heißt du erlebst ja tatsächlich hautnah mit wie Deine Kundin sich damit bewegt, fühlt.
00:21:42: Identifiziert?
00:21:43: Und ich glaube das ist ja so das nächste große Glück
00:21:46: was du erliest.
00:21:47: Absolut!
00:21:47: Ich empfinde das auch wirklich als Geschenk.
00:21:50: also... Das sind immer ganz schöne Momente zumal ich auch festgestellt habe dass die Teile auch mit den unterschiedlichen Menschen ganz unterschiedliche Dinge tun.
00:22:08: Ich kann manchmal, gibt es eine Jacke oder eben Kleid oder was auch immer.
00:22:14: Und das gefällt ganz unterschiedlichen Personen also sowohl der Avongardistischen als auch eher der Konservativen und dann entsteht eine ganz abstrakte und völlig unterschiedliche Symbiose zwischen diesem Teil und der Person.
00:22:37: Das ist schwierig zu erklären, weil es selbst für mich manchmal fast magisch ist auch nach dreiunddreißig Jahren.
00:22:46: Das ist glaube ich für mich das Faszinierendste daran dass es ein Prozess ist der sich einerseits zwar wiederholt und trotzdem jedes mal so anders wieder ist erstens mal über die Jahre hinweg anders und dann auch mit den Kunden anders.
00:23:07: Ich glaube, das ist schon das was ich an meinem Beruf, an meinem Weg so besonders genieße und auch wirklich als Geschenk empfinde.
00:23:18: Also ich bin da unglaublich dankbar Menschen zu finden die das was sich tue wertschätzen!
00:23:29: Das ist das nine plus ultra wenn man das in seinem beruf erreicht oder erreichen kann.
00:23:39: Das ist das, wo ich heute meine Kleidung ja sehr gerne als Seelenumhüllung bezeichne weil es macht etwas mit den Menschen und dann auch im Dialog etwas mit mir.
00:23:54: Und ich glaube dass in der Maß Arbeit und eben in dieser direkten Arbeit zwischen Design, Kollektion, Maß, Kunde.
00:24:10: Das ist so ein einzigartiger Dialog der glaube ich wirklich in anderen Designberufen so nicht spürbar oder erfolgreich ist.
00:24:27: also anders erfolgreich auch nicht so.
00:24:29: und es ist ja tatsächlich Hand Werk.
00:24:33: Also es ist ja wirklich dieses Du machst es tatsächlich von Hand, da is ein Stück Stoff Da iis eine Nähmaschine, da iis ein Schnitttisch und dann entsteht Ein Teil.
00:24:49: Und das ist schon sehr besonders und das glaube ich Das ist auch so was wenn du dann siehst wie der Kunde dieses Teil zu seinem Macht und wie dein Teil eine Persönlichbarkeit bekommt, das ist schon wirklich Magie oder?
00:25:09: Absolut.
00:25:11: Wobei es natürlich eben wie gesagt, es braucht die Menschen, die das auch wertschätzen also da haben sich einfach... Also wenn ich da zurückblicke auf dreiunddreißig Jahre da hat sich die Zeit schon gewaltig verändert.
00:25:30: Und es ist durchaus so, dass ich mich wie auch immer wieder gerne sage ... Die letzte der Moïcana Es ist schon... Also ich weiß nicht ob es diesen Beruf und diese Form und diese Nische tatsächlich langfristig geben kann oder geben wird.
00:25:57: Ich würde es den Menschen wünschen, sowohl denen die das ausüben als auch denen, die es tatsächlich absorbieren genießen können.
00:26:09: aber ich bin mir darauf bewusst dass es etwas sehr seltenes
00:26:14: ist.
00:26:25: Es ist glaube ich auch so dieses Zulassen.
00:26:27: Das eine ist das Teil was du machst und wie du's machst Aber das andere ist dem Menschen, der es zulässt auch etwas macht.
00:26:37: Und dass das ein Unterschied ist?
00:26:38: Das ist Fakt zwischen einem gekauften Teil und dem was du machst.
00:26:43: und wenn man sich darauf einlässt und diesen Schritt einmal geht ich glaube dann ...
00:26:50: Dann
00:26:51: ja, dann is die Kundin dein Fan weil da kann man sich dem nur noch ganz schwer entziehen.
00:26:56: und das ist so'n bisschen das dieses Einlassen und wie du sagst dieses Wertschätzen dass das will ich.
00:27:04: Und dann entsteht zwischen euch was sehr Besonderes?
00:27:08: Ja, es ist auch ... Ich freu mich ja immer wahnsinnig über die Reaktionen wirklich der Kunden oder die sie dann wieder bekommen haben.
00:27:20: also wenn dann irgendjemand dann entsprechend die Komplimente bekommt oder wie die Komplement ausfallen Und gleichzeitig sagt aber dann auch eine Kundin, weißt du Constanze?
00:27:37: Es ist immer so schön.
00:27:39: Deine Teile haben eine Geschichte und du erzählst mir auch die Geschichte warum zu welchem Zeitpunkt und wie du dir dieses Teil und diese Form ausgedacht hast und was du dir dabei gedacht hast.
00:27:52: also ich bin schon auch glaube ich immer ein sehr intuitiver Designer überlegter, sehr reflektierter Designer.
00:28:04: Und für mich ist es schon wichtig... Also ich denke mir was dabei wenn ich bei einem Sommerkleid Ärmel mache und ich mach diese Ärmel in der bestimmten Weite oder in einer bestimmten Länge.
00:28:20: also da ist einerseits natürlich dieses proportionale Gefühl das für mich wichtig ist Aber es ist schon immer auch die Funktion oder eine Reaktion von der Kundin, ich suche das und das.
00:28:34: Und ich überlege ... Ja, stimmt!
00:28:37: Das gibt's eigentlich kaum.
00:28:40: Oder warum wird das zu wenig designt?
00:28:44: Dann schaue ich, dass ich das bei irgendeiner kommenden Kollektion einfließen lasse.
00:28:49: Also dieser Dialog, auch der Verbale nicht nur der emotionale Dialog Mit den Kunden, das ist schon auch sehr wichtig und das genieße ich auch sehr.
00:29:02: Und gleichzeitig ist es einfach schön zu sehen wenn dann eine Kundin sagt Ich entdecke da Welten neue Welten und ich entdeke auch mich neu.
00:29:15: Auch das ist ein unglaubliches Kompliment Wenn ich das so herausarbeiten kann mit einem Teil der Träger im Grunde genommen einen neuen Blickwinkel bekommt, eine neue Dimension entdecken kann an sich selbst.
00:29:35: Ja wie großartig ist das denn?
00:29:37: Also mehr kann ich mir nicht wünschen.
00:29:41: Absolut!
00:29:43: Die Kollektionspräsentation ist vorbei die Kunden melden sich bei dir, Kunden kommen zu dir in den Showroom
00:29:50: Genau genau Und dann wird einfach geschaut, was die Bedürfnisse sind.
00:29:58: Was dem einen besonders gefällt.
00:30:02: Es gibt ja unterschiedliche Gründe, warum du ein Kleidungsstück kaufst.
00:30:07: Entweder einfach weil du es brauchst oder wirklich brauchst.
00:30:14: Oder aber ... Weil du es möchtest?
00:30:17: Oder weil du einen Anlass hast?
00:30:21: Ja!
00:30:22: Das sind so unterschiedliche Bedürfnisse und da versuche ich einfach erst mal zu erruieren.
00:30:28: Und dann wird das Kleidungsstück auf den jeweiligen Träger praktisch zugeschnitten, also im wahrsten Sinne und im engeren und im weiteren Sinne.
00:30:42: Jetzt gibt es in der Kollektion ganz sicher ein Mantel, sag ich jetzt mal.
00:30:45: Weil wir haben Herbst Winter zwei oder zwei genau.
00:30:49: Jetzt kommt eine Kundin und sagt, ich bräuchte unbedingt mal wieder einen Wintermantel.
00:30:53: dann probiert sie unter Umständen beide Modelle Und vielleicht ist ein Modell schon genauso wie Sie's gerne hätte beziehungsweise Dann fängt ja auch wieder ein kreativer Prozess an indem ihr sagt okay vielleicht Ist es ein Teil des einen Modells mit einer anderen Passe, einer anderen Kragenform oder einem anderen Stoff?
00:31:17: Wie funktioniert das?
00:31:18: Also das ist immer so natürlich möglich.
00:31:22: Auf der anderen Seite wie gesagt ich bin ein reflektierter Designer also wenn ich ein Modell so fertig designed habe dann hat das so wie es da ist eigentlich seinen Sinn.
00:31:36: Wenn eine Kundin sagt, ja finde ich gut aber ich hätte gern das geändert.
00:31:45: Dann gehen bei mir schon immer ein bisschen die Alarmlampen an weil es ist dann nicht mehr das Teil und Es ist dann auch nicht mehr dass teil weswegen sie es vielleicht gut gefunden hat.
00:31:58: Also manchmal kann es dann besser sein Ich mache lieber einen komplett neues teil oder Aber ich sage dann ist dieses Modell aber tatsächlich nicht das Richtige.
00:32:10: Oder aber ein Teil passt wirklich perfekt, der Schnitt ist perfekt und man sagt einfach, hm, aber den Stoff hätte ich entweder gerne in einer anderen Farbe oder vielleicht nicht als Karo sondern Uni Und ich überlege dann, dass mein Job wieder zu beurteilen dieser Typus, der vor mir ist.
00:32:36: Der Richtige wenn ich das Modell ändere weil immer noch das oberste Ziel von mir ist Lieblingsstücke zu schaffen sprich das perfekte Modell für denjenigen zu kreieren damit das Ding auch wirklich getragen wird und damit er beziehungsweise der die Trägerin auch wirklich glücklich und zufrieden.
00:33:03: Das ist immer noch das alleroberste Ziel, dass die Trägerin sich wohlfühlt.
00:33:08: Und meine Aufgabe ist nun, das tatsächlich anzusteuern und auch zu beraten und zu sagen ... Da macht es Sinn, da macht es keinen Sinn.
00:33:22: Und da bin ich schon heute sehr ... Auch wiederum sehr straight und sage nee wenn's nicht passt, pass nicht Weil man kann ein Kleidungsstück nur bis zu einem gewissen Grad ändern.
00:33:37: Von dem ursprünglichen Design, weil wenn man das dann tut oder wenn man zu viel ändert, dann greift man in die praktisch innere Struktur und dann stimmt es einfach nicht mehr.
00:33:54: also dann sollte man auch wirklich die Hände davon
00:33:56: lassen.
00:33:57: Das ist ja das Tolle, dass du zum einen deine Kollektion machst.
00:34:01: Die man natürlich dann auch genau so ... kaufen kann?
00:34:06: Bekommen
00:34:06: kann und aber die Möglichkeit hat darüber hinaus zu sagen ich will was komplett anderes weil mir fehlt im Schrank das oder das oder ich hätte gerne das oder da.
00:34:16: Insofern ...
00:34:17: Auch für den Anlass oder so.
00:34:18: Genau!
00:34:20: Es gibt doch ganz sicher in jeder Kollektionsteile.
00:34:26: Ganz vielen deiner Kundinnen gefallen.
00:34:29: Ja, Renner ... nenne ich sie immer.
00:34:32: Ja gibt es, gibt es sind auch immer nicht vorhersehbar.
00:34:39: also das ist das was ich auch immer spannend finde auch von den vielen Dingen welches teilt sich als renner entwickelt?
00:34:48: Also das ist weiß ich in den wenigsten Fällen vorher.
00:34:56: Manchmal habe ich eine Ahnung während der Präsentation, wo ich denke, das sieht jetzt schon richtig cool aus.
00:35:04: Richtig gut!
00:35:08: Aber auch oft nicht.
00:35:11: Was du ja auch machen kannst weil du am Endverbraucher dran bist?
00:35:15: Du kannst ja theoretisch noch so ein zwei Teile die in deinem Kopf spucken und die du nicht mehr geschafft hast, die kannst du ja noch so nachschieben.
00:35:27: Du hast ja immer mal auch noch den einen oder anderen Anlass unterm Jahr.
00:35:32: Und machst du das?
00:35:34: Mach ich, ja.
00:35:38: Aber ich habe festgestellt, dass diese Teile oft eigentlich einfach nicht mehr die Aufmerksamkeit bekommen was ich schade finde.
00:35:49: und manchmal nehme ich da den Schnitt wenn ich dann davon so überzeugt bin Und macht ihn tatsächlich zu einer anderen Präsentation, einfach nochmal aus dem anderen Stoff.
00:36:02: Weil ich denke das Modell verdient es und das muss dann einfach noch mal in einem anderen Rahmen gezeigt werden.
00:36:11: aber Ich mache das sehr wohl durchaus auch für Tatsächlich fürs Schaufenster um da dann auch nochmal ein bisschen anderen Zug reinzubringen.
00:36:21: im Laufe der Saison.
00:36:22: Ein
00:36:24: Highlight deiner jetzigen Kollektion.
00:36:28: Kannst du das bestimmen?
00:36:29: Gibt es das?
00:36:32: Das ist tatsächlich nicht so einfach von meinen eigenen Designteilen.
00:36:46: Nee, finde ich die Kleider ganz toll!
00:36:48: Ich find aber auch die Jacke ganz toll.
00:36:51: Die Mendel... Ich bin dieses Mal ganz besonders zufrieden mit der Harmonie dieser Kollektion.
00:37:03: Manchmal gibt es durchaus Kollektionen, wo ich auch mal im Nachhinein denke, das hätte noch besser machen können oder ... So?
00:37:12: Aber diesmal bin ich extremst zufriedend.
00:37:16: Wie kommt es?
00:37:17: Hat das Ursprung?
00:37:20: Nee!
00:37:20: Das ist ... Es wäre schön, wenn man das so berechnen könnte Aber das genauso wenig wie mit den Rennern, die kannst du auch nicht berechnen.
00:37:29: Wenn das jemand könnte ... Dann hält er den großen Wurf.
00:37:34: Das ist einfach so!
00:37:35: Das sind so Fakten, die sich zeigen und dann einfach da sind.
00:37:41: Und dann kann man sie ja auch einfach so annehmen.
00:37:46: Was mir besonders tatsächlich überraschend gut gefällt... Ich habe durch Zufall wunderschöne Ponchos bekommen aus wirklich einem sensationellen, federleichten Kashmir und die finde ich so schön.
00:38:06: Und hier gibt es in so vielen Farben.
00:38:09: das ist wirklich eine pure Freude ist.
00:38:12: Und dann was sich auch besonders schön an dieser Kollektion finde, dass ich in dieser Kollekzion ganz besonders viel Wert auf das Thema Handwerk gelegt habe.
00:38:24: Also wir haben noch nie so viel tatsächlich selbst entworfene Strickmodelle geschaffen, also wirklich Hand gestrickt.
00:38:35: Wir haben appliziert, wir haben gefilzt und wir haben so viele verschiedene Dinge auch Handwerkstechniken in diese Kollektion einfließen lassen Und das hat wirklich Spaß gemacht.
00:39:03: Liebe Konstanze, das hört sich alles ganz toll an.
00:39:08: Also so dass man sagt, das muss ich mir unbedingt anschauen?
00:39:11: Das kann man ja bei dir wunderbarerweise irgendwie immer wenn man kurz vorher sich bei dir meldet weil du auch viel unterwegs bist.
00:39:18: Aber man hat die Möglichkeiten dann ganz wunderbaren schonum zu kommen und einfach ganz unverbindlich die Kollektion anzuschauen
00:39:25: und mit dir
00:39:26: in den Tee zu trinken.
00:39:28: Ich bin ganz sicher, es gibt wieder tolle Inspirationen für Frühjahr-Sommer.
00:39:33: Auch wenn's noch ein bisschen entfernt ist.
00:39:35: aber genau vielleicht sprechen wir uns da einfach wieder.
00:39:38: Dann haben wir einmal den Winter und dann machen wir nochmal Frühjah-Sommers.
00:39:41: Mich würde es freuen!
00:39:42: Vielen Dank dass du da warst
00:39:44: und
00:39:45: hat große Freude gemacht.
00:39:46: Ich danke auch... Für mich ist das immer ein großes Vergnügen hier zu sein.
00:39:51: Ein Dank auch an alle die meinen Podcast Wachs und Gäste hören weiter empfehlen und teilen.
00:39:58: Bis zum nächsten Mal und schön, dass ihr dabei wart.
Neuer Kommentar